Papierstadt Düren

Ein eigenes Museum dokumentiert die Bedeutung

Papier gehört zur Stadt Düren – und das seit mehr als 400 Jahren. Die Papierherstellung ist in der Heimatstadt von gepe ununterbrochen von 1576 bis heute nachweisbar. Die frühen Papiermühlen und späteren Fabriken reihen sich wie auf einer Perlenschnur entlang der Rur, die ohne „h“! Das besonders weiche Wasser des Flusses lieferte nicht nur die Energie für die Mühlräder, sondern bis heute auch einen zentralen Rohstoff für die Produktion. Papier aus Düren ist in der ganzen Welt gefragt.

Als Dürener Familienunternehmen, das schon in dritter Generation von der Familie Peterhoff geführt wird, sind wir stolz, viele namhafte Hersteller, Zulieferer und Verarbeiter der Papierindustrie zu unseren Auftraggebern zählen zu dürfen. Wie innovativ dieser Industriezweig und wie vielseitig der Werkstoff Papier ist, erfahren Besucher der Stadt im 2018 neukonzipierten und wiedereröffneten Papiermuseum. Das imposante Gebäude, dessen Errichtung von der Dürener Industrie unterstützt wurde, ersetzt das 1990 eröffnete Vorgängermuseum. Für gepe Geschäftsführer Erich B. Peterhoff war es eine Selbstverständlichkeit, dass auch die Peterhoff Gruppe einen bescheidenen Teil dazu beiträgt. Eine kleine Plakette im Eingangsbereich erinnert an die Unterstützung.

70 Papierfabriken gibt es heute noch in der Region Düren, diese Konzentration ist europaweit einzigartig. Mit dem Erblühen der Papierindustrie siedelten sich auch Zulieferbetriebe für Filztuch, Siebtuch und Maschinen sowie Verarbeiter und Veredler von Papier an. Die Dürener Unternehmen haben es stets verstanden, innovative Produkte zu entwickeln, höchste Qualität für besondere Anlässe zu liefern oder Nischen zu besetzen und mit Spezialpapieren und veredelten Produkten Weltmarktführer zu sein. Zu dieser Bandbreite gehören handgeränderte Trauerkarten unseres Kunden „Rössler Papier“ ebenso wie „smartes“ Papier der Sihl GmbH, das beispielsweise in der Automobilindustrie eingesetzt wird. Auch das deutsche Grundgesetz wurde auf Büttenpapier aus Zerkall gedruckt. Wer gerne fliegt, wird schon einmal einen Kofferanhänger aus in Düren veredeltem Papier am Check-in-Schalter an den Koffer geklebt bekommen haben. Rund 10.000 Arbeitsplätze sind im Landkreis direkt mit der Papierindustrie verbunden.

Das Museum – ein Gemeinschaftsprojekt

„Papier stellt bis heute einen zentralen, bedeutenden Wirtschaftsfaktor in unserer Region dar. Das neue Papiermuseum Düren thematisiert diese lebendige, prägende Industrie und lenkt zugleich den Blick auf innovative, zukunftsweisende Einsatzmöglichkeiten von Papier. Die intensive regionale Verbundenheit der Unternehmen der Papierindustrie, ihrer Zulieferer und ihrer Verbände wurden durch ihr hohes ideelles und finanzielles Engagement für das neue Papiermuseum unterstrichen“, erklärt Matthias Simon, Geschäftsführer unseres Kunden KANZAN Spezialpapiere GmbH. Matthias Simon hat sich viele Jahre für den Neubau des deutschlandweit einzigartigen Museums eingesetzt und viele Unterstützer für diese Mission gewinnen können.

Sowohl die traditionell-handwerkliche als auch die modern-industrielle Form der Papierherstellung werden im Papiermuseum präsentiert. Die angebotenen Führungen, zu deren Höhepunkt das Schöpfen von Büttenpapier gehört, sind nicht nur für Kinder und Jugendliche ein Erlebnis. Das Dürener Haus zeichnet aus, dass es sich auch der Papierkunst annimmt. Mehr als 30.000 Blatt Wasserzeichen befinden sich in der Sammlung, ebenso kunstgewerbliche Objekte.

Das vom Kölner Architekt Klaus Hollenbeck entworfene Haus allein ist schon einen Besuch wert, die gemeinsam mit Kuratorin Caroline Kaiser gestaltete interaktive Ausstellung ist ein Erlebnis für alle Sinne. Führungen gibt es auch für blinde Menschen – schließlich ist die Stadt seit mehr als 100 Jahren auch ein bedeutender Standort der beruflichen Rehabilitation von Menschen mit Sehbehinderungen. Neugierig geworden? Besuchen Sie doch einmal die Stadt Düren – und ihr Papiermuseum.